Einmal im Jahr, genauer gesagt ab dem zweiten September-Wochenende, ereignet sich in einem kleinen Pfälzer Städtchen ein beeindruckendes Schauspiel. Für wenige Tage pilgern fast 700.000 Menschen ins idyllische Bad Dürkheim, um ein Erzeugnis zu feiern, das den Charakter der Region und seiner Bewohner widerspiegelt: erlesenen Wein. Nicht umsonst ist der Dürkheimer Wurstmarkt mit seinen Zelten, „Fressbuden“ und Fahrgeschäften das größte Weinfest der Welt. 2016 feierte es sogar sein 600-jähriges Bestehen – und das Mercure Hotel Bad Dürkheim An den Salinen ist eng mit dem Wurstmarkt verbunden.

Gefeiert und getrunken werden die knapp 300 Weine – allesamt in Bad Dürkheim hergestellt – auf unterschiedlichste Weise: Ausgelassen und eng geht es in den 36 Schubkarchständen zu, wo traditionell „Dubbeschoppe“ (Rieslingschorle) halbliterweise in Dubbegläsern ausgeschenkt wird. Stilvollen Genuss mit Stil-Glas gibt es im Weindorf, wo das Mercure Hotel Bad Dürkheim An den Salinen als Gründungsmitglied Speisen serviert, abgestimmt auf die Weine der Winzer. Doch ganz gleich wo gefeiert wird, ein typisch pfälzisches Erzeugnis gibt’s überall gratis: „rischtisch ehrlische“ Gastfreundschaft.

Weck, Worscht un Woi: Erleben Sie den 600. Dürkheimer Wurstmarkt im Video.

Treffen sich ein Hoteldirektor, ein Winzer und ein Küchenchef auf dem Wurstmarkt...

... zu einem kurzen Interview.

Rene Castillon, Hoteldirektor Mercure Hotel Bad Dürkheim An den Salinen

Matthias Koch, Winzer vom Weingut Brenneis-Koch

Hugues Darroman, Küchenchef Mercure Hotel Bad Dürkheim An den Salinen

Frage 1: Was macht den Wurstmarkt so besonders?

RC: Einzigartig wird er durch die Menschen. Jeder wird prompt geduzt, die pfälzische Gemütlichkeit wird sofort spürbar. Für uns gibt es nur zwei Jahreszeiten: vor und nach dem Wurstmarkt.

MK: Er ist der Inbegriff des Pfälzer Glücks. Alle sind gut drauf, alle feiern. An diesem kleinen Ort kommt die ganze Welt zusammen.

HD: Es sind der Wein und die Menschen. Hat man jemanden lange nicht mehr gesehen, trifft man ihn auf dem Wurstmarkt garantiert wieder. Er ist das Herz der Pfalz.

Frage 2: Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Winzern und dem Mercure Hotel Bad Dürkheim An den Salinen?

RC: Das Mercure Hotel Bad Dürkheim An den Salinen ist fest mit der Region verwurzelt. Daher finden Gäste auf unserer Karte nur Weine aus Bad Dürkheim.

MK: Viele unserer Weine werden im Mercure Hotel Bad Dürkheim An den Salinen ausgeschenkt, ob Riesling, Grau- oder Spätburgunder. Für uns ist das eine Ehre.

HD: Unser Hotel kennt alle Winzer der Region, das macht die Zusammenarbeit harmonisch. Doch auf dem Weinfest werden die Weine nicht von uns, sondern von einer Kommission ausgesucht. Wir passen dann die Speisen an.

Frage 3: Welche Wurstmarkt-Anekdote fällt Ihnen spontan ein?

RC: Als junger Mann war ich in Anzug und Krawatte auf dem Weg vom Hotel ins Weindorf, das sind 400 Meter Luftlinie. Als ich nachts zu Hause ankam, waren Sakko und Krawatte weg, dafür war ich gut gesättigt, gut gelaunt und hatte viele neue Freunde. Das Weindorf habe ich nie erreicht…

MK: Nur solche, die ich nicht erzählen darf. Aber so viel sei gesagt: Auf dem Wurstmarkt wurden nicht nur Ehen geschlossen…

HD: Die ganz tollen Geschichten sind nicht für jedes Ohr geeignet. Sie passieren immer nach Mitternacht.

Gar nicht Wurst!

Was man auf dem Wurstmarkt wissen sollte

Das Dubbeglas: Dubbe bedeutet im Pfälzischen Tupfen und steht für die Vertiefungen im Dubbeglas. Sie sorgen für Griffigkeit. Wenn mal die Hand versteift, gleitet das nächste „Schoppeglas“ dank der Dubbe einfach in die Hand – ohne ärgerliches Malheur.

Historie: Bereits 1417 wurde auf einem Berg oberhalb des heutigen Wurstmarktes mit Brot, Wurst und Wein (Weck Worscht Woi) gehandelt. Als der Platz nicht mehr ausreichte, verlagerte sich der Markt 1577 auf die Brühlwiesen – und der Wein etablierte sich als Hauptattraktion.

Die Schubkarchstände: Sie sind das Herz des Wurstmarktes. Ihren Namen verdanken die Stände einem uralten Prozedere: Früher brachten die Winzer ihre Weinfässer in Schubkarren auf den Festplatz. Dort angekommen, drehten sie die Karren um und schenkten so den Wein aus.

Schoppenkreislauf: Traditionell macht der Schoppen in der Gruppe die Runde, wird also klassisch weitergereicht, bis es leer und Nachschub vonnöten ist. Das Stapeln leerer Dubbegläser gilt übrigens als schlimmer Fauxpas.